Anki einrichten gelingt in vier Schritten: das Programm von der offiziellen Seite installieren, ein kostenloses AnkiWeb-Konto für die Synchronisation anlegen, ein Deck erstellen und Karten hinzufügen, dann täglich wiederholen. Anki ist auf Desktop, Web und Android kostenlos, nur die iPhone-App kostet einmalig rund 25 Euro.
Anki ist eine quelloffene Karteikarten-App mit echtem Spaced Repetition. Die Einrichtung beginnt mit dem Download von der offiziellen Seite, gefolgt von einem kostenlosen AnkiWeb-Konto, das die Karten zwischen Computer, Handy und Web synchronisiert. Danach legt man ein Deck an, erstellt Karten und wiederholt täglich. Der moderne FSRS-Algorithmus lässt sich in den Deck-Einstellungen aktivieren und plant Wiederholungen effizienter als der alte Standard. Für viele Fächer gibt es fertige geteilte Decks, etwa AnKing für Medizin.
Was ist Anki?
Anki ist ein kostenloses, quelloffenes Karteikarten-Programm, das mit Spaced Repetition arbeitet und Wiederholungen genau vor dem Vergessen plant. Es gilt als Goldstandard für langfristiges Lernen in Medizin, Jura und Sprachen. Die Stärke liegt in voller Anpassbarkeit und einem echten Lernalgorithmus.
Anki kombiniert zwei Lernprinzipien: Active Recall durch das aktive Abrufen und Spaced Repetition durch gestaffelte Wiederholung. Schwierige Karten erscheinen häufiger, gemeisterte seltener. Dieses System steigert das Behalten messbar gegenüber passivem Lesen.
Anki läuft auf fünf Plattformen: Windows, Mac und Linux als kostenlose Desktop-Version, AnkiWeb im Browser und AnkiDroid auf Android, beide gratis. Nur die iPhone-App AnkiMobile kostet einmalig rund 25 Euro und finanziert die Entwicklung. Wie Anki gegen Quizlet und andere Apps abschneidet, zeigt der Vergleich der besten Lern-Apps.
Wie installiere ich Anki?
Anki installiert man, indem man die passende Version von der offiziellen Seite apps.ankiweb.net herunterlädt und ein kostenloses AnkiWeb-Konto anlegt. Das Konto synchronisiert die Karten über alle Geräte. Ohne Konto bleiben die Karten nur lokal auf einem Gerät.
Der erste Schritt ist der Download der Desktop-Version für das eigene Betriebssystem. Der zweite Schritt ist das AnkiWeb-Konto, das kostenlos ist und die Synchronisation ermöglicht. Der dritte Schritt ist das Synchronisieren per Klick auf das Sync-Symbol, damit Computer und Handy denselben Stand teilen.
Die Synchronisation ist der wichtigste Einrichtungsschritt, weil sie das Lernen unterwegs erst möglich macht. Wer am Computer Karten erstellt und unterwegs auf dem Handy wiederholt, braucht das AnkiWeb-Konto auf allen Geräten. Die Desktop-Version bleibt die Zentrale, da nur dort Add-ons laufen.
Wie erstelle ich Karten und Decks?
Karten erstellt man, indem man ein Deck als Sammlung anlegt, dann über den Hinzufügen-Dialog Vorder- und Rückseite ausfüllt. Ein Deck bündelt thematisch zusammengehörige Karten, etwa ein Fach oder eine Sprache. Gute Karten testen ein einzelnes Faktum klar und eindeutig.
Ein Deck ist eine Sammlung von Karten zu einem Thema, das man frei benennt. Der Notiztyp bestimmt das Format, etwa einfache Vorder- und Rückseite oder Lückentext, in Anki Cloze genannt. Über den Hinzufügen-Dialog tippt man Frage und Antwort ein, Anki erzeugt daraus die Lernkarte.
Drei Regeln machen Karten wirksam: ein Faktum pro Karte statt langer Listen, klare Fragen, die eine eindeutige Antwort verlangen, und eigene Formulierungen statt kopierter Textblöcke. Wer aktiv abrufbare Fragen baut, lernt stärker als mit reinen Wiedererkennungskarten. Warum dieses aktive Abrufen so wirkt, erklärt der Leitfaden zu den wirksamsten Lernmethoden.
Der häufigste Anfängerfehler bei Anki ist die Überladung der Karten. Wer eine ganze Definition mit fünf Teilaspekten auf eine Karte packt, kann sie nie sauber abrufen und bewertet sich selbst unfair. Die Lösung heißt atomare Karten: Jedes Faktum bekommt eine eigene Karte mit genau einer Frage und einer Antwort. Lieber zehn kleine Karten als eine große. Der zweite Fehler ist Perfektionismus beim Design. Anki muss nicht hübsch sein, es muss abgefragt werden. Wer Stunden mit Formatierung verbringt statt zu lernen, hat das Prinzip verfehlt.
Welche Einstellungen sind sinnvoll?
Sinnvoll sind die Aktivierung des modernen FSRS-Algorithmus und ein realistisches Tageslimit für neue Karten. FSRS plant Wiederholungen effizienter als der alte Standard SM-2. Ein Limit von etwa 10 bis 20 neuen Karten pro Tag verhindert eine Überforderung.
FSRS steht für Free Spaced Repetition Scheduler und ist ein moderner, forschungsgestützter Algorithmus, der sich dem persönlichen Lernverhalten anpasst. Er lässt sich in den Deck-Optionen aktivieren und ersetzt den älteren SM-2-Standard. Das Ergebnis sind weniger Wiederholungen bei gleichem Behalten.
Zwei Einstellungen sind für Einsteiger zentral: das Limit für neue Karten pro Tag, das bei 10 bis 20 beginnen sollte, und das Wiederholungslimit, das man hoch genug hält, um alle fälligen Karten zu sehen. Zu viele neue Karten auf einmal führen zu einer wachsenden Rückstandswelle und Frust.
Wo finde ich fertige Decks und Add-ons?
Fertige Decks finden sich im AnkiWeb-Bereich für geteilte Decks, Add-ons im Add-on-Verzeichnis der Desktop-Version. Für Medizin ist das AnKing-Deck verbreitet, für Sprachen gibt es umfangreiche Vokabel-Decks. Add-ons erweitern Anki um Funktionen wie Bildverdeckung oder Statistiken.
Geteilte Decks sind von der Community erstellte Kartensammlungen, die man kostenlos herunterlädt und importiert. AnKing ist das bekannteste medizinische Deck und deckt große Teile des Medizinstudiums ab. Add-ons sind Erweiterungen, die nur in der Desktop-Version laufen und etwa Bildverdeckung oder erweiterte Statistiken ergänzen.
Fertige Decks sparen Erstellungszeit, sollten aber kritisch geprüft werden, da Qualität und Aufbau schwanken. Eine bewährte Strategie ist, ein gutes geteiltes Deck als Basis zu nehmen und es um eigene Karten zu ergänzen. So verbindet man Zeitersparnis mit dem Lerneffekt des eigenen Kartenbaus.
💬 Meine Einschätzung
Die gängige Annahme lautet: Anki ist kompliziert und nur etwas für Technik-Profis. Das stimmt nicht. Die Einrichtung dauert zehn Minuten, der Rest ist Gewohnheit. Was Anki wirklich von einfacheren Apps unterscheidet, ist nicht die Lernkurve, sondern der echte Spaced-Repetition-Algorithmus, den die meisten bunten Alternativen nicht haben. Mein klarer Rat: Aktiviere von Anfang an FSRS, halte das Tageslimit niedrig und baue lieber täglich fünf gute Karten als einmal pro Woche fünfzig schlechte. Anki belohnt Konstanz, nicht Intensität. Wer drei Wochen durchhält, hat eine Lerngewohnheit fürs Leben.
- Anki ist gratis auf Desktop, Web und Android, iPhone-App einmalig ca. 25 Euro
- Einrichtung: installieren, kostenloses AnkiWeb-Konto anlegen, synchronisieren
- Karten atomar halten: ein Faktum, eine klare Frage, eigene Formulierung
- FSRS in den Deck-Optionen aktivieren, Tageslimit bei 10 bis 20 neuen Karten
- Fertige Decks wie AnKing als Basis nutzen und mit eigenen Karten ergänzen
Häufige Fragen zu Anki
Diese vier Fragen ergänzen die Anleitung um Aspekte, die bei der Einrichtung oft auftauchen.
Ist Anki wirklich kostenlos?
Anki ist auf Windows, Mac, Linux, im Browser über AnkiWeb und auf Android über AnkiDroid komplett kostenlos und quelloffen. Nur die iPhone-App AnkiMobile kostet einmalig rund 25 Euro. Dieser Kauf finanziert die Entwicklung der gesamten Anki-Familie.
Wie viele Karten sollte ich pro Tag lernen?
Für Einsteiger sind 10 bis 20 neue Karten pro Tag ein guter Start, dazu alle fälligen Wiederholungen. Wichtiger als die Menge ist die tägliche Konstanz. Wer das Limit zu hoch setzt, baut schnell einen demotivierenden Rückstand auf.
Was ist der Unterschied zwischen SM-2 und FSRS?
SM-2 ist der ältere Standardalgorithmus mit festen Intervallregeln, FSRS ist der modernere, forschungsgestützte Nachfolger, der sich dem persönlichen Lernverhalten anpasst. FSRS plant Wiederholungen effizienter und lässt sich in den Deck-Optionen aktivieren.
Kann ich Anki auf mehreren Geräten nutzen?
Ja, über ein kostenloses AnkiWeb-Konto synchronisiert Anki die Karten zwischen Computer, Handy und Browser. So erstellt man Karten am Desktop und wiederholt sie unterwegs. Add-ons laufen allerdings nur in der Desktop-Version.
Quellen und weiterführende Literatur
Die folgenden Quellen lieferten Funktionsumfang, Preise und Einrichtungsschritte. Stand der Recherche: Juni 2026.
- Beste kostenlose Karteikarten-Apps 2026 · retain.cards · Anki-Plattformen, Preise und Bewertung der Lerneffizienz.
- Anki vs Quizlet im Test 2026 · learnlog.app · Spaced Repetition, SM-2 und FSRS sowie Studiendaten zum Behalten.
- Beste KI-Karteikarten-Generatoren 2026 · studyglen.com · FSRS-Algorithmus, AnKing-Import und Anpassungsmöglichkeiten von Anki.
- Anki-Alternativen 2026 · okti.app · Funktionsumfang, Add-ons und Einordnung von Anki gegenüber anderen Apps.


